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Macht Neuseeland Sinn für mich? - Seite 1 Drucken
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Ein Artikel von Peter Hahn

Die meisten Einwanderer qualifizieren sich aufgrund der sog. Skilled Migrant Category, einem Punktesystem, das Einwanderungsaspiranten je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Alter und Jobmöglichkeiten in Neuseeland bewertet. Die nach Ansicht der Einwanderungsbehörde (Immigration New Zealand) besten Kandidaten werden ausgewählt und eingeladen, einen Antrag auf Daueraufenthaltserlaubnis (Permanent Residence) zu stellen.

Die Auswahlkriterien werden von der neuseeländischen Regierung festgelegt, je nach dem, wie viel qualifizierte Einwanderer Neuseeland gerade braucht. Es ist nahe liegend, anzunehmen, dass Neuseeland für diejenigen Sinn macht, die sich anhand dieses Punktesystems qualifizieren. Schließlich ist man ja vom neuseeländischen Staat aus einem Pool von Bewerbern ausgewählt und eingeladen worden, einen Antrag auf Permanent Residence zu stellen (sog. Invitation to Apply). Das kann jedoch u.U. ein Trugschluss sein, und zwar aus zweierlei Hinsicht. Erstens ist nicht jeder, dessen Beruf auf der von Immigration New Zealand veröffentlichten Liste genannt wird, für Neuseeland geeignet und zweitens ist nicht jeder, der sich (auf den ersten Blick) nicht qualifiziert, ungeeignet.

Im Vordergrund des Entscheidungsprozesses sollte daher die Frage stehen, ob das Leben (und Arbeiten), wie man es sich in Neuseeland vorstellt, realistisch ist. Wer hier falsche Vorstellungen und Erwartungshaltungen hat, wird später vom Leben (in Neuseeland) leicht enttäuscht und wandert u.U. wieder zurück! Die Frage, ob Neuseeland das Richtige für einen ist, lässt sich aber gar nicht so leicht beantworten. Neuseeland im Internet und Neuseeland im Urlaub sind eben nur “Schnappschüsse”, die einen begrenzten Einblick in den neuseeländischen Alltag geben. Denn eines ist sicher, der Alltag holt einen auch in Neuseeland wieder ein – trotz schöner Natur, Meerblick und freundlichen Mitmenschen!

Wer auswandert, möchte in aller Regel sein Leben und das Leben seiner Familie verbessern. Folglich hat man die Erwartungshaltung, dass das Leben in Neuseeland besser ist, als in Deutschland. Auswanderer aus wirtschaftlich schwachen Ländern sind meist bescheiden mit ihren Erwartungen und machen den großen Schritt ins Ungewisse, um ihren Kindern und den nächsten Generationen ein besseres und chancenreicheres Leben zu ermöglichen. Ganz so selbstlos sind die meisten Deutschen nicht - sie wollen ein besseres Leben für sich selber. Die Zukunft der Kinder ist schon wichtig, aber ist nur selten die einzige Motivation.

Neuseeland bietet schöne Natur, besseres Klima, weniger Menschen, freundlichere Atmosphäre, Abgeschiedenheit von den Geschehnissen der Welt und die Hoffnung von Terroranschlägen und Vogelgrippe verschont zu bleiben. Damit ist im Wesentlichen zusammengefasst, worüber sich die meisten Einwanderer – auch noch nach ein paar Jahren Neuseeland – einig sind. In den Bereichen wird die Erwartung daher nur selten enttäuscht.

In beruflicher und geschäftlicher Hinsicht klaffen Vorstellung und Realität allerdings oft auseinander. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es die häufig vertretene Einstellung, man habe es in Deutschland geschafft, dann werde man es wohl auch im kleinen Neuseeland schaffen. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es die – u.a. von Immigration New Zealand geschürte – Erwartungshaltung, dass einem in vielen Berufen hier die Türen offen stehen. Beides ist leider oft falsch!

Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, gekoppelt mit Pioniergeist ist sicher eine gute Voraussetzung, um in Neuseeland Fuß zu fassen. Ob man in Deutschland Erfolg hatte oder nicht, interessiert hier allerdings nur selten jemanden. Was zählt, ist Erfolg in Neuseeland – und den kann man als Neuling eben noch nicht vorweisen. Besonders schlecht kommt der Lehrmeister an, der den unwissenden Kiwis am anderen Ende der Welt erklären will, wie gewisse Dinge am besten zu handhaben sind! Vieles wird in Neuseeland nämlich anders gemacht, als in Deutschland – selbst wenn die deutsche Methode doch so offensichtlich besser ist …

Aber wie steht es mit den Berufslisten, die vom Immigration Service veröffentlicht werden? Sind die dort aufgelisteten Berufe nicht gefragt? Reißen sich die neuseeländischen Arbeitgeber nicht um die gut ausgebildeten Fachkräfte aus Deutschland?



 

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