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Auswanderungsboom im Fernsehen Drucken
Auswanderungsboom im Fernsehen

Es scheint keine Woche zu vergehen, in der nicht eine Familie im Fernsehen auswandert. Insbesondere die privaten Sender scheinen sich um Familien zu reißen, die bereit sind, sich bei ihrem Abenteuer filmen zu lassen. Kabel 1, Pro7, SAT und RTL – alle haben Sie schon angefragt. Haben Sie nicht Kunden, die sich bei der Auswanderung filmen lassen wollen? Wer bei Google „Auswandern nach Neuseeland“ eingibt, wird gleich mit einer Anzeige von Janus TV gelockt: „Sie wollen auswandern? TV-Produktionsfirma sucht Menschen mit konkreten Auswanderungsplänen!”

Seit der Titelgeschichte „Der Traum vom Auswandern“ im Stern im Jahre 2003 ist das Interesse in den Medien an Auswanderungsthemen nicht abgebrochen. Der Deutschlandfrust ist groß genug, um Scharen vor die Glotze zu treiben, wo dann wildfremde Menschen dabei gefilmt werden, wie sie ihr Hab und Gut in Kisten packen, dann in den Container, ins Flugzeug steigen, am anderen Ende ankommen, Auto kaufen, Haus beziehen und anfangen zu arbeiten. So jedenfalls kann ich die Sendung zusammenfassen, bei der ich als Einwanderungsberater einen kurzen Auftritt hatte. Ob andere Sendungen ähnlich sind oder ob es da spannender zugeht, kann ich mangels deutschen Fernsehempfangs nicht beurteilen, aber ich vermute mal, ja! Ach ja, natürlich wurde auch die Frage gestellt, wie man sich denn fühle und Abschiedstränen bei Freunden und Verwandten (surprise, surprise…) wurden auch gezeigt.

Ob der Deutschlandfrust auch groß genug ist, um selber den Schritt in die Ferne zu wagen, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Aber vielleicht entwickelt ja das Fernsehen seine ganz eigene Dynamik, und zwar sowohl bei den Protagonisten im Fernsehen, als auch bei den Zuschauern:

Die Auswanderer vor der Kamera können durch das Fernsehen leicht den Fokus verlieren. Das Fernsehen und der ganze damit verbundene Trubel kann leicht vom eigentlichen Thema – der Auswanderung – ablenken. Auf einmal ist der Sendetermin wichtiger, als die zeitliche Koordinierung der einzelnen Auswanderungsschritte. Ich werde auch den Verdacht nicht los, dass manch einer (ob bewusst oder unterbewusst) der Illusion erliegt, wenn das Fernsehen dabei ist, dann kann schon nichts schief gehen – als ob ein happy end im Drehbuch festgelegt wäre.

Viele Zuschauer fühlen sich durch die Auswanderungsgeschichten im Fernsehen ermutigt – nach dem Motto, wenn der Junge das hinkriegt, ohne ein Wort Englisch zu sprechen, dann kriege ich das erst recht hin! Das kann richtig sein, muss aber nicht! Erfolgreiches Auswandern wird nicht daran gemessen, ob man am Anfang Sprachschwierigkeiten hatte, ob der Container rechtzeitig angekommen ist oder ob man gleich einen Job gefunden hat. Nein, ob eine Einwanderung erfolgreich ist, lässt sich erst beantworten, wenn man auch nach Jahren noch glücklich in seiner neuen Heimat lebt. Ob die erste Unterkunft kalt war und die Kinder müde nach der langen Reise, ist dann nicht mehr wichtig!

Denen, die die Sendung auf Kabel 1 mit der jungen Familie aus Berlin gesehen haben, sei folgende Fortsetzung der Geschichte gegönnt: Dirk arbeitet immer noch als Klempner, sein Vertrag wurde gerade verlängert. Die mangelnden Sprachkenntnisse waren sicher ein großes Handikap am Anfang, inzwischen hat er aber dazu gelernt, und findet sich in seinem Arbeitsumfeld zurecht. Der Container ist nicht pünktlich angekommen, die Eltern waren schon zu Besuch und Genia und die Kinder haben sich gut eingelebt, soweit man das nach ein paar Monaten sagen kann.

Fernsehen hin oder her – eine Einwanderung nach Neuseeland ist ein Sprung ins kalte Wasser. Gute Vorbereitung hilft, kann aber nicht davon ablenken, dass man irgendwann alleine anfangen muss zu schwimmen.


Der Artikel stammt von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 14 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Genauere Auskünfte können unter der Telefonnummer (04) 562 6385 oder per E-Mail ( Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ) eingeholt werden. Weitere Tipps und Beispiele zum Thema Auswanderung sind in seinem Buch “Für immer Neuseeland” nachzulesen. Für immer Neuseeland kann man auch direkt in unserem shop bestellen: Link zum Buch
 

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